Willkommen zurück zu unserer mehrteiligen Serie Kaffee im Portrait. Wir werden euch hier die einzelnen Kaffeesorten vorstellen, und wünschen euch viel Spaß beim Lesen.

Unser zweites Portrait handelt von Cappuccino und ist ein italienisches Kaffeegetränk, das aus einem Espresso, heißer Milch und heißem Milchschaum zubereitet wird. Er wird in der Regel in dickwandigen, vorgewärmten Tassen aus Steinzeug oder Porzellan serviert und gesüßt getrunken. In Italien nimmt man ihn fast ausschließlich zum Frühstück, jedenfalls vor dem Mittagessen ein.

Als Bohnenmischung wird traditionellerweise kein reiner Arabica-Kaffee benutzt, sondern eine Mischung mit einem Anteil an Robusta-Bohnen. Die klassische Mischung italienischer Caffè-Bars hat ein Arabica/Robusta-Verhältnis von 60/40, es gibt aber auch immer häufiger Mischungen mit weniger bis gar keinem Robusta-Anteil, besonders in Norditalien.

Entgegen ihrem Ruf als „unfeine“ Kaffeebohne ist die Robusta allerdings besonders bei der Zubereitung von Cappuccino von Vorteil: Einerseits setzt sich deren Würze im Milchmischgetränk geschmacklich besser durch, als der tendenziell säurebetontere Arabica, andererseits produziert die Robustabohne bei der Extraktion mehr Crema, was für eine kräftigere Farbe der braunen Haube sorgt. Besonders außerhalb Italiens gibt es inzwischen aber immer häufiger anspruchsvolle Kaffeebars, die betonen, ausschließlich mit reinen Arabica-Mischungen zu arbeiten.

Nach italienischer Art entsteht Cappuccino mit einem Espresso von ungefähr 25–30 ml in einer etwa 120–180 ml fassenden Tasse, der zügig mit halbflüssigem cremigem Milchschaum aufgegossen wird, bis die Tasse voll ist. Beim Eingießen des Milchschaums setzt sich die braune Crema des Espressos oberhalb des Schaums ab und gibt dem Cappuccino sein charakteristisches Aussehen.

In Deutschland wurde Cappuccino zu einem der populärsten Kaffeegetränke, um 2006/2007 wurde von 16 % der Deutschen mindestens einmal pro Woche Cappuccino konsumiert.

Cappuccino basiert auf dem österreichischen Kapuziner, einer Wiener Kaffeespezialität. Dies ist ein Mokka, der mit flüssigem Schlagobers (Schlagsahne) vermischt wird, wodurch das Getränk eine Färbung erhält, die an den Habit eines Kapuziners erinnert. Dementsprechend hat auch der Cappuccino seinen Namen vom italienischen Wort für „Kapuze“ (cappuccio).

Cappuccino entstand vermutlich, als österreichische Soldaten, die in Italien stationiert waren, weiterhin ihren gewohnten Kapuziner trinken wollten. Mit der Zeit entwickelte sich daraus der heutige Cappuccino, der mit seiner Urform nur noch wenig gemein hat.

Der Duden gibt “Cappuccinos” als Pluralform an. Als Lehnwort wird er wie ein deutsches Wort behandelt. Der italienische Plural lautet “Cappuccini”.

 

 

 

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